Über Dienstleistungen und wie die Gesellschaft den Bezug zur Realität verloren hat.

Polizei und Ärzte. Lehrer und Pädagogen. Bahn und Post. Was haben die alle gemeinsam? All diese Berufe sind, zumindest im erweiterten Sinne, Dienstleister. Das heißt, sie bieten Dienste an, die Außenstehende annehmen können. Und viele Menschen machen das auch. Wer beklaut wird, ruft die Polizei, wer krank ist geht zum Arzt. Wer schulpflichtige Kinder hat, schickt sie zur Schule und wer eine Betreuung hat, der schickt sie zu Pädagogen. Wer kein Auto hat und von Rosenheim nach Landshut will, fährt mim Zug. Wer ein Paket verschicken will, nimmt die Post in Anspruch. So weit so gut. Aber, und das ist das Problem an der Sache, es gibt genügend Leute, die das immer noch nicht kapiert haben. 

Fangen wir mal mit dem „aktuellsten“ Thema an: Post. Oder halt DHL(einfach, weil DHL gefühlt der größte Paketzusteller ist). Es ist Weihnachten und die liebsten brauchen ein Geschenk. Oder zwei. Oder drei. Und so weiter. Da wir aber in Zeiten von elektronischer Reizüberflutung leben, ich schreibe den Artikel auch von meinem Smarthandy aus, wir immer flexiblere Arbeitszeiten haben und eine grundlegende Misanthropie herrscht, gehen wir nicht mehr in unserer Freizeit zum einkaufen, sondern erledigen alles online. Ist alles bequemer und so. Kann man ja auch gerne machen. Ist ja auch vollkommen legitim. Nur dann darf man sich nicht beschweren, wenn die Paketlieferer ihren eh schon engen Zeitplan so optimieren, dass am Ende alle auch alle Pakete auch „zugestellt“ sind. Wenn nämlich wirklich jeder klingeln würde, wären auch alle unglücklich, da die Pakete wohl auch Spätabends schon ankommen. Und zumindest DHL hat seinen Service so ausgebaut, dass man die Pakete an Packstationen oder die bevorzugte Filliale schicken kann. Auch bei ups kann man die Pakete an verschiedene Läden in der Umgebung schicken kann. Wenn der Fehler durch die Unfähigkeit des Verwaltungspersonals entsteht, kann ich jeden Ärger nachvollziehen. Hatte ich selbst oft genug.

Aber auch Lehrer und Pädagogen sind oft dem Realitätsverlust ihrer Klienten ausgesetzt. Ich kann den Wunsch der Eltern verstehen, dass das eigene Kind eine möglichst gute Ausbildung erhalten und entsprechend gefördert werden. Das klappt nur nicht, wenn Eltern die Kompetenz von Lehrern und Pädagogen anzweifeln und ihre Arbeit durch die Negierung von Problemen der Kinder, wie die Überforderung durch zu viele schulische und außer schulische Aktivitäten, zunichte machen. Wir müssen uns übrigens von der Vorstellung verabschieden, dass Eltern, insbesondere Mütter, am besten wissen, was gut für die Kinder ist. Sonst bräuchten wir die Paragraphen 8a, 42 SGB VIII nicht. Nur mal als Beispiel (aus beruflicher Erfahrung). Klar, wenn es um Sachen wie Gesundheit/Allergien geht, sind Eltern die erste Anlaufstelle. Aber ansonsten sind es Kinder die entscheiden müssen, was gut für sie ist. Und wenn sie es nicht wissen, müssen sie es ohne Zwang und auch ohne Verwöhnung(gibt’s das Wort überhaupt?) ausprobieren. Ich wiederhole, Kinder müssen gefördert werden. Aber, erwartet nicht dass in einer Klasse mit 25 Kindern jedes Kind eine Mischung aus da Vinci, Nietzsche oder Kasparow wird. Dafür sind Kinder(also auch Menschen) zu verschieden.

Keine der oben genannten Berufsgruppen ist ohne Fehl und Tadel. Aber anstatt zu schimpfen, Hasstiraden und dumme Sprüche raus zu hauen, Informiert euch und fragt nach. Peace.

P.S. Fehler sind inklusive.

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