Über den Traditionsfetischmus

Normalerweise versuche ich,  hier ruhig und gesittet zu schreiben, aber nachdem so viele Menschen so einen unreflektierten Müll von sich geben, platzt selbst den friedlichsten Menschen der Kragen. Eigentlich könnte ich hier auch meine Facebookposts der letzten Tage zusammenfügen. Mach ich aber nicht.

Doch, worum geht’s eigentlich? Es geht um das DEL Finale zwischen München und Wolfsburg. Oder viel mehr um die Reaktionen darauf. Dass man sich in München und Wolfsburg darauf freut, sollte klar sein. Auch dass es Fans gibt, denen das nicht gefällt. An sich kein Problem. Das Problem ist,  dass plötzlich alle irgendwas von einem „Kommerzfinale“ labern. Und das ist totaler Bullshit.

Denn Fakt ist: Der Profisport,  egal welcher, ist nichts anderes als Kommerz. Dass sieht man am ehesten daran, dass inzwischen fast sämtliche Mannschaften von eine Kapitalgesellschaft gelenkt werden und der ursprüngliche Verein nur noch im Amateurbereich aktiv ist. Im besten Fall ist der Verein dann noch der Hauptgesellschafter. Im Fussball ist er das meistens, im Eishockey ist mir jetzt kein Fall bekannt.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum macht man das? Und das ist eigentlich sehr einfach: Das liebe Geld. Denn durch Gesellschaft wird der Verein finanziell entlastet und kann so Fortbestehen, sollte die Gesellschaft pleite gehen. Natürlich muss man mit der Gesellschaft auch gut gewirtschaftet werden und da kommt man jetzt schon stark in den Bereich der BWL(Gewinnmaximierung, Umsatzsteigerung und natürlich so wenig Verbindlichkeiten anhäufen wie möglich).

Natürlich muss das im professionellen Eishockey jeder Teilnehmer machen. Von daher ist die ganze DEL ein kommerzieller Haufen,  der sich um das Produkt „Sport“ dreht. Dass dabei die Qualität des Sports liegen bleibt, wird dann gerne übersehen. Statt dessen wird daraus wieder Kapital geschlagen(Stichwort: kanadische 1c). Aber das darf man dann nicht kritisieren, weil man sonst nur bepöbelt wird.

So gesehen ist dieses Kommerz gerede reine Dummheit. Wer wirklich auf reinen Sport steht, der soll sich bitte in den unteren Ligen rum treiben. So mach ich das auch. Aber manchmal will man dann doch auch „besseres“ Eishockey sehen. Und dann sollte man froh sein,  wenn ein „kommerzgeiler Plastikklub“ in der Nähe ist. Aber das hat man in den großen MuFu Hallen wohl vergessen.

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2 Gedanken zu “Über den Traditionsfetischmus

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